Mit Pioniergeist in die elektrische Zukunft
1. September 2026
Alternative Antriebe sind für die Egger Transport AG kein Neuland. Das traditionsreiche Familienunternehmen sammelt seit Jahren Erfahrungen mit neuen Antriebskonzepten. Mit einem weiteren vollelektrischen Scania Kranfahrzeug geht Geschäftsführer Marius Egger diesen Weg konsequent weiter. Die Erfahrungen aus dem anspruchsvollen Transportalltag zeigen: Elektromobilität kann heute auch bei hohen Gewichten und vielseitigen Einsätzen überzeugen – wenn Fahrzeug, Fahrer, Einsatzplanung und Ladeinfrastruktur zusammenspielen.
Die 1948 gegründete Egger Transport AG in Waldkirch wird heute von Marius Egger in dritter Generation geführt. Mit elf Lastwagen deckt das Unternehmen ein breites Einsatzspektrum ab: von kommunaler Entsorgung über Kranarbeiten für Bau, Gewerbe und Events bis zu Maschinen-, Spezial- und saisonalen Mostobsttransporten. Kranfahrzeuge mit Reichweiten bis 25 Meter kommen unter anderem beim Versetzen von Raummodulen oder bei der Montage von Photovoltaikanlagen zum Einsatz.
Auch bei alternativen Antrieben blickt Egger auf langjährige Erfahrungen zurück. Bereits 2017 wurde ein gasbetriebenes Nutzfahrzeug angeschafft. Später folgten elektrifizierte Aufbaulösungen, bevor das erste vollelektrische Kranfahrzeug in den Fuhrpark aufgenommen wurde. 2026 kam ein weiterer vollelektrischer Scania mit Kran hinzu. Weitere Elektrofahrzeuge sind bereits in Planung.
«Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Ökologie. Sie muss auch ökonomisch funktionieren und die Menschen im Unternehmen mitnehmen.», erklärt Marius Egger.
Bis 42 Tonnen elektrisch unterwegs
Die Anforderungen an die Fahrzeuge sind hoch: Die elektrischen 6x2-Kranfahrzeuge sind mit Anhänger und bis zu 42 Tonnen Gesamtgewicht unterwegs und erreichen Jahresfahrleistungen von 50'000 bis 70'000 Kilometern.
Beim neuen Scania stellt Egger gegenüber der vorherigen Fahrzeuggeneration deutliche Fortschritte fest. Externe Zwischenladungen sind seltener erforderlich. Muss unterwegs dennoch Energie nachgeladen werden, lässt sich der Ladestopp vielfach mit der gesetzlichen Pause des Chauffeurs kombinieren. So entstehen im Idealfall keine Produktivitätseinbussen.
Auch die Reichweite überzeugt im Alltag. Mit Anhänger erzielt der Scania laut Egger rund 350 bis 400 Kilometer. Eine Tagesleistung von 478 Kilometern wurde bereits erreicht, im Solobetrieb sind sogar mehr als 500 Kilometer möglich. Eine Transportfahrt ins Wallis bestätigte die Praxistauglichkeit zusätzlich: Die erforderliche Zwischenladung konnte mit der Pause verbunden werden.
«Wir mussten zuerst beweisen, dass es funktioniert. Heute wissen wir: Der Betrieb ist möglich – und in einigen Bereichen wurden wir sogar positiv überrascht.», sagt Marius Egger.
Auch der Kran arbeitet elektrisch
Nicht nur der Antrieb des Scania ist vollelektrisch, sondern auch der Heckkran. Gemeinsam mit dem Aufbaupartner setzt Egger auf eine für den elektrischen Betrieb optimierte Lösung. Die hydraulische Leistung wird bedarfsgerecht bereitgestellt. Energie wird somit nur dann eingesetzt, wenn der Kran sie tatsächlich benötigt. Das reduziert den Verbrauch und ermöglicht gleichzeitig präzises und leistungsfähiges Arbeiten – ohne lokale Emissionen.
Der Chauffeur als Schlüssel zum Erfolg
Für Marius Egger entscheidet jedoch nicht allein die Technik über den Erfolg. Gerade beim Einstieg in die Elektromobilität braucht es Chauffeure, die offen an das neue Fahrzeug herangehen, Erfahrungen sammeln und diese mit Disposition und Geschäftsleitung teilen.
Wie sich die Sicht auf Elektromobilität im täglichen Einsatz verändern kann, zeigt Christoph Romano, Fahrer des neuen vollelektrischen Scania. Anfangs stand er dem Wechsel auf einen batterieelektrischen Lastwagen noch eher skeptisch gegenüber. Die Erfahrungen im anspruchsvollen Transportalltag haben ihn jedoch überzeugt. Besonders das ruhige Fahrverhalten, der direkte Antrieb und das angenehme Arbeitsumfeld schätzt er heute.
«Am Anfang war ich ehrlich gesagt eher skeptisch, ob ein Elektro-Lkw für unsere anspruchsvollen Einsätze wirklich das Richtige ist. Heute möchte ich meinen BEV Scania nicht mehr gegen einen konventionell angetriebenen Lastwagen tauschen.», sagt Christoph Romano.
Für Marius Egger bestätigt diese Entwicklung, wie wichtig es ist, die Fahrer von Beginn an in die Umstellung einzubeziehen. Denn neben Reichweite, Ladeinfrastruktur und Einsatzplanung entscheidet auch die Akzeptanz hinter dem Lenkrad darüber, ob Elektromobilität im Transportalltag erfolgreich funktioniert.
Ladeinfrastruktur vorausschauend geplant
Eine der grössten Herausforderungen verlagert sich für Egger zunehmend vom Fahrzeug zur Ladeinfrastruktur. Am Firmenstandort stehen heute drei Ladepunkte zur Verfügung. Die elektrische Infrastruktur wurde jedoch bereits so ausgelegt, dass künftig bis zu sieben Lastwagen parallel über Nacht geladen werden können.
Weitere Ladepunkte lassen sich ergänzen, ohne die gesamte Zuleitung neu aufzubauen. Für spätere Ausbaustufen kommen zusätzliche Netzleistung, eine eigene Trafostation oder ein Batteriespeicher infrage. Damit schafft Egger heute die Voraussetzungen für die weitere Elektrifizierung des Fuhrparks.
Elektrifizieren, wo es sinnvoll ist
Trotz der positiven Erfahrungen setzt die Egger Transport AG auf Augenmass. Besonders schwere Fahrzeugkonzepte mit grossen Kranen und hohen Gesamtzuggewichten lassen sich aufgrund von Bauraum, Nutzlast und Einsatzprofil heute noch nicht in jedem Fall sinnvoll elektrifizieren.
Für das Familienunternehmen bedeutet nachhaltige Entwicklung deshalb, bestehende Fahrzeuge über ihren sinnvollen Lebenszyklus zu nutzen und neue Technologien dort einzusetzen, wo sie ökologisch und wirtschaftlich einen Mehrwert schaffen. Die bisherigen Erfahrungen mit dem vollelektrischen Scania zeigen: Im anspruchsvollen Schwerverkehr ist dieser Punkt in immer mehr Einsatzbereichen bereits erreicht.
Scania ist ein weltweit führender Anbieter von Transportlösungen. Gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden treiben wir den Wandel hin zu einem nachhaltigen Verkehrssystem voran. Im Jahr 2021 lieferten wir 85'930 Lkw, 4'436 Busse sowie 11'786 industrielle und maritime Antriebssysteme an unsere Kunden aus. Der Nettoumsatz belief sich auf über 146 Milliarden SEK, wovon über 20 Prozent auf Dienstleistungen entfielen. Scania wurde 1891 gegründet, ist heute in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt rund 54'000 Mitarbeiter. Forschung und Entwicklung sind hauptsächlich in Schweden angesiedelt. Die Produktion findet in Europa und Lateinamerika statt, mit regionalen Produktzentren in Afrika, Asien und Eurasien. Scania ist Teil der TRATON GROUP. Für weitere Informationen besuchen Sie: www.scania.com.