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MODULARES PRODUKTSYSTEM

Der Mann hinter dem modularen System

Es ist unmöglich, eine einzelne Person als Erfinder des viel bewunderten modularen Produktsystems von Scania zu benennen. Aber zweifellos spielte der erste Technikchef des Unternehmens, Sverker Sjöström, eine wichtige Rolle.

Anfang der 1950er Jahre ließen die Komponenten- und Materiallieferungen für Scania Vabis viel zu wünschen übrig. Die Situation wurde so kritisch, dass das Unternehmen gezwungen war, einen Großteil der Entwicklungsarbeit an neuen Fahrzeugen und Motoren einzustellen. Komponenten wurden falsch dimensioniert und Materialien waren fehlerhaft oder unzureichend getestet, was zu unter- oder überdimensionierten Bauteilen und Komponenten führte.

Um diese Qualitätsprobleme zu bewältigen, wandte sich Scania Vabis an den neu eingestellten, 27 Jahre alten Sverker Sjöström. Er war "Teknologie Licentiat" der technischen Physik von der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm und Experte für Materialfestigkeit.

Sjöström begann mit einer systematischen Überprüfung der Belastungen, denen Lkw in der Praxis ausgesetzt wurden. „Die Messergebnisse stellten die vorherrschenden Auffassungen zur Berechnung der Festigkeit einer Komponente oft auf den Kopf“, erzählte Sjöström in einem Gespräch 2004. „Damals wurde die Festigkeit von Bauteilen anhand statischer Lasten ohne Bezug der tatsächlichen Nutzung berechnet. Wir waren gezwungen, neue Wege zu gehen.“

„Die vorherrschende Ansicht damals war beispielsweise, dass für jede Motorgröße ein bestimmtes Achsgetriebe eingesetzt werden müsste, unabhängig von der jeweiligen Anwendung. Gemäß unseren neuen Erkenntnissen war dies völlig falsch. Die Motorleistung ist in diesem Zusammenhang nur nebensächlich. Tatsächlich zählen vor allem das höchstzulässige Gesamtgewicht und die Topografie der Transportstrecke.“

Sjöström wurde 1961 erster technischer Direktor bei Scania Vabis. Ab den 1960er Jahren stieg die Lkw-Produktion dramatisch an und Scania Vabis exportierte einen wachsenden Anteil seiner Produkte. Gleichzeitig wurden Lkw immer komplexer. Kunden wurden immer anspruchsvoller und Lkw wurden oft in völlig neuen Umfeldern eingesetzt.

„Wir mussten Lkw nun nach Anwendung klassifizieren“, sagt Dr. Sjöström. „Mit sorgfältig abgestimmten Festigkeitsstufen für die verschiedenen Komponententypen konnten wir dann unterschiedliche Kundenbedürfnisse mit einer begrenzten Anzahl an Komponenten erfüllen. Dies führte auch zu einer Reduzierung des Gewichts des fertigen Produkts.“

Die Mitbewerber von Scania argumentierten, dass es nicht möglich sei, ein effektives Modulsystem zu entwickeln, aber der Fokus von Scania auf schwere Fahrzeuge war entscheidend. Der folgende Fortschritt basierte auf konstruktiver Zusammenarbeit zwischen den Forschung- und Entwicklungsabteilungen des Unternehmens.

„Gemeinsam haben wir die GPRT-Modellpalette mit unserer eigenen Produktion für Fahrerhaus und Rahmen entwickelt. Das Konzept entwickelte sich Ende der 1960er Jahre, als wir die neuen Fahrerhäuser entwickelten. Wir fragten uns, wie wohl das Ergebnis aussehen würde, wenn wir eine völlig neue Modellpalette produzieren könnten.“

Das erste Modell der vollständig modularisierten Lkw-Baureihe war der T-Lkw mit Motorhaube, der im April 1980 vorgestellt wurde.

Die komplette GPRT-Modellreihe mit vier Fahrerhaustypen wurde auch als 2er-Baureihe bezeichnet und im Dezember 1980 vorgestellt.

Die neue Baureihe wurde abhängig von der Anwendung in drei Einsatzklassen unterteilt: M (mittlere Beanspruchung), H (starke Beanspruchung) und E (besonders hohe Beanspruchung).

Mit der neuen Lkw-Modellreihe wurde eine nahezu vollkommene Modularisierung erreicht. Aus einer begrenzten Anzahl an Hauptkomponenten konnte Scania eine schier unendliche Anzahl von Lkw-Varianten fertigen, die an die speziellen Anforderungen der einzelnen Kunden angepasst waren.