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V8

Der zukünftige V8

Sauberer, intelligenter, leichter, stärker. Erneuerbare Kraftstoffe als Standard, schwerere Ladungen dank noch mehr Leistung, fortschrittliche Fahrerassistenz-Software, ein Lkw, der aus weniger Teilen und leichteren Materialien besteht – dem V8 steht eine faszinierende Zukunft bevor. Drei Scania Experten verraten uns mehr darüber.

Seit seiner Einführung 1969 haben der Ruf des V8, der für Leistung und Zuverlässigkeit bekannt ist, neben seinem ikonischen Emblem und dem unverwechselbaren Motorengeräusch ihm den Namen „King of the Road“ eingebracht.

Derzeit wird die Transportindustrie von tiefgreifenden technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen wie der Digitalisierung und dem Klimawandel beeinflusst. Wird der König seine Krone auch in 10 oder 20 Jahren noch tragen? Welche Zukunft erwartet den V8 im Hinblick auf kommende Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren sowie den Bedarf an nachhaltigen Transporten, der jeden Tag dringender wird? Wie werden Motor und Lkw aussehen?

Legende sprach mit drei Fachleuten bei Scania, die Antworten haben: Anders Gau, der Chefingenieur für V8-Motoren, der davor an der Optimierung des V8 gearbeitet hat, Jonas Nordh, der Leiter für nachhaltige Transportlösungen in der Abteilung Trucks Sales & Marketing, und Kristofer Hansén, inzwischen technischer Leiter mit Verantwortung für die Prestige-Eigenschaften von Scania Lkw, doch bis vor kurzem Leiter des Stylingteams in der Abteilung Industriedesign – und damit der Mann hinter dem Innen- und Außenstyling von Scania Lkw. Die gute Nachricht ist, dass alle glauben, dass der V8 sich anpassen und auch in Zukunft erfolgreich sein kann. Hier sind ihre Erkenntnisse.

Legende sprach mit drei Fachleuten bei Scania, die Antworten haben: Anders Gau, der Chefingenieur für V8-Motoren, der davor an der Optimierung des V8 gearbeitet hat, Jonas Nordh, der Leiter für nachhaltige Transportlösungen in der Abteilung Trucks Sales & Marketing, und Kristofer Hansén, inzwischen technischer Leiter mit Verantwortung für die Prestige-Eigenschaften von Scania Lkw, doch bis vor kurzem Leiter des Stylingteams in der Abteilung Industriedesign – und damit der Mann hinter dem Innen- und Außenstyling von Scania Lkw. Die gute Nachricht ist, dass alle glauben, dass der V8 sich anpassen und auch in Zukunft erfolgreich sein kann. Hier sind ihre Erkenntnisse.MICHAEL LAWTON„Ich entwerfe meine Lkw selbst, das ist mein Hobby. Sie sind alle grün, aber jeder ist anders“, erklärt Franz Müller junior, der in der vierten Generation das Schweizer Transportunternehmen Müller Ermensee leitet.

 

Doch während Müller sich in der Vergangenheit damit begnügte, das Fahrerhaus und vielleicht den Auflieger zu dekorieren, ist sein neuer Scania S580 V8 vom Front­stossfänger bis zur Ladeklappe eine richtiggehende Hommage an den Boxer Muhammad Ali.

 

„Die Idee dazu hatte ich schon lange“, sagt er. „Ich finde, Muhammad Ali ist der beste Boxer aller Zeiten und immer noch die Nummer eins.“

 

Müller Ermensee hat seinen Sitz in Ermensee, einem Dorf 40 Kilo­meter südöstlich von Zürich. Seinen ersten Scania V8 erwarb das Unter­nehmen 1970. Es betreibt derzeit elf Lkw mit Kühlauflieger für die Lebensmittelindustrie. Zehn davon sind Scania Lkw und acht davon Scania V8. Für Müller ist das Beste an den V8 ihre Langlebigkeit. „Wir haben V8, die zwölf Jahre alt sind“, sagt er. „Andere Lkw erreichen nur die Hälfte bis drei Viertel davon.“

 

Wie alle anderen V8-Fans lobt Müller natürlich die Leistung des Motors: „Wir brauchen die Leistung, weil wir hier so viele Berge haben.“ Ein geringer Kraft­stoffverbrauch ist ihm aber auch wichtig, ebenso wie das legendäre V8-Grollen. „Er lässt sich von allen am besten fahren“, meint er, „es macht Spass, allein schon den Schlüssel umzudrehen.“

 

Die schweizerische Öffentlichkeit habe auf seinen ausdrucksstarken V8 sehr positiv reagiert, erzählt Müller: „Die Leute machen immer Fotos und wir bekommen viele Kom­mentare, auch per Post und Telefon. Manchmal erzählen die Leute von Begegnungen mit Muhammad Ali und jemand hat uns sogar ein origi­nal Autogramm geschickt!“ Der Lkw war sogar in einer kalifornischen Zeitung abgebildet. „Das ist unser Flaggschiff“, so Müller.

 

Oft wird bestätigt, dass Transport­unternehmen durch Scania V8 Fah­rer gewinnen und binden können. Doch wenn man bei Müller Ermen­see arbeitet, hat man zusätzlich die Möglichkeit, eine ganz besondere „Knockout“-Version des V8 zu fahren. Franz Müller erklärt, wie das funktioniert: „Ich wähle die Fahrer für die einzelnen Lkw aus. Den schönsten Lkw bekommt jemand, der schon lange hier arbeitet und gut auf seinen Lkw achtet. Jemand, der einen Lkw sechs Jahre lang fährt und der dann immer noch wie neu aussieht, verdient den besten.“

MICHAEL LAWTON

Scania V8

„DESIGN UND EFFIZIENZ DES V8 WERDEN DAFÜR SORGEN, DASS ER BESTAND HAT.“

Anders Gau

Chefingenieur für V8-Motoren

„In den vergangenen 20 Jahren haben wir von Euro 3 auf Euro 6 gesteigert, die ps-Zahl erhöht und die Kraftstoffwirtschaftlichkeit verbessert, doch er sieht immer noch aus wie ein V8.“

SCHWERERE LADUNGEN

BRAUCHEN DIE KRAFT DES V8

„Ich glaube definitiv, dass der V8 eine Zukunft hat“, sagt Anders Gau zuversichtlich. „Vor 10 oder 20 Jahren hatte er acht Zylinder, acht Kolben und sah in etwa so aus wie heute. Natürlich haben wir ihn erheblich verbessert: In den vergangenen 20 Jahren haben wir die Abgasnormen von Euro 3 auf Euro 6 entwickelt, die PS-Zahl von 580 auf 730 erhöht und die Kraftstoffwirtschaftlichkeit deutlich verbessert – doch er sieht immer noch aus wie ein V8.“

Leistung als zentrale Anforderung

Vor allem bei Bedarf an schweren Transporten, sagt Gau, komme der V8 jetzt und in Zukunft zum Zuge. „Er ist ein robuster, leistungsstarker Motor, sehr sparsam im Verbrauch und ideal für den Transport schwerer Ladungen wie etwa in der Holz- und Bergbauindustrie“, erklärt er. „20 Jahre sind eine lange Zeit, doch es wird auch in 20 Jahren noch Bedarf an schweren Lkw für den Transport schwerer Ladungen bestehen, die in diesen Branchen zentrale Anforderungen sind. Man braucht einen starken V8-Motor, mit dem man arbeiten kann.“

Man sollte meinen, diese Leistungsanforderungen hätten automatisch dazu geführt, dass die Motoren größer und komplexer geworden sind und noch mehr Kraftstoff schlucken. Aber der V8 hat sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.

Bei der jüngsten Version, die 2017 eingeführt wurde, sind die größten Unterschiede der erstaunliche Fortschritt bei der Kraftstoffeffizienz – durchschnittlich fünf Prozent Einsparung – und die verbesserte Robustheit des Motors. Er ist 80 Kilogramm leichter als die Vorgängerversion, was im Wesentlichen auf eine vereinfachte Konfiguration mit insgesamt weniger Teilen zurückzuführen ist. So wurde nun bei allen Modellen außer dem 730-PS-Modell auf die Abgasrückführung verzichtet. Demzufolge weisen die neuen V8-Lkw eine höhere Ladekapazität auf.

In welche Richtung wird der Motor sich als Nächstes entwickeln?

„Da wir schon so viel erreicht haben, wird es in Zukunft immer schwieriger, große Schritte zu machen“, so Gau. „Doch die fünf Prozent Kraftstoffeinsparung wurden durch Verbesserungen in verschiedenen Bereichen des Motors erreicht. Die Verfeinerung der Kolbengeometrie hat zum Beispiel 0,5 Prozent ausgemacht, indem sie für eine möglichst effiziente Verbrennung sorgt, um mehr Kraft aus der Antriebswelle zu holen. Scania pflegt eine Kultur der ständigen Verbesserung und wir suchen weiter nach solchen marginalen Steigerungen. Design und Effizienz des V8 werden dafür sorgen, dass er Bestand hat.“

Konnektivität

Mehr als nur Elektromobilität

Dadurch dass fossile Energieträger immer mehr zur Neige gehen, macht sich die Elektromobilität im Transportgewerbe bereits bemerkbar, wie an der steigenden Zahl elektrischer Nutzfahrzeuge und Hybridbusse erkennbar ist. Tatsächlich erforscht und entwickelt Scania seit Jahren Fahrzeuge mit Elektroantrieb, wie den 2018 vorgestellten Plug-in-Hybrid-Lkw. Die Versuche mit elektrifizierten Straßen in Schweden, Deutschland und Italien sind ein weiterer Beleg dafür, dass Scania die Elektromobilität bereitwillig annimmt.

„Die Elektromobilität wird kommen, aber trotzdem sehen wir für den V8 eine gute Zukunft voraus“, so Gau. „Die Hybrid-Technologie eignet sich gut für Städte, wo es viel Stop-and-go-Verkehr gibt, aber nicht für schwere Transportaufgaben. Hier kann der V8 zeigen, was er kann.“

Stattdessen glaubt Gau, dass die Konnektivität für die Zukunft des V8 von größerer Bedeutung sein wird. Er weist darauf hin, dass er bereits mit allen Connected-Services- und Coaching-Modulen von Scania kompatibel ist. Er erwartet Weiterentwicklungen bei intelligenten Antrieben, die es dem Fahrer noch leichter machen, den Kraftstoffverbrauch zu senken.

„Mit dem intelligenten Antrieb, der hilft, die richtigen Gänge zu wählen, und absehen kann, was in drei Kilometern geschieht, kann der Fahrer zulassen, dass der Lkw von seiner kinetischen Energie angetrieben wird“, sagt er. „Man kann also direkt vor einer Bergkuppe vom Gaspedal gehen und bergab rollen und dabei die kinetische Energie für den nächsten Anstieg nutzen. Der V8 gestattet es, den effizientesten Gang länger zu nutzen, anstatt herunterzuschalten.“

Scania Kipper Typ R 650 V8 6x4

„ER IST EIN ROBUSTER, LEISTUNGSSTARKER MOTOR, SEHR SPARSAM IM VERBRAUCH UND IDEAL FÜR DEN TRANSPORT SCHWERER LADUNGEN WIE ETWA IN DER HOLZ- UND BERGBAUINDUSTRIE.“

„Etwa 25 Prozent der CO2-Reduzierung müssen durch energieeffiziente Lösungen erreicht werden.“

In mehreren europäischen Ländern sind höhere Zuladungsgewichte und größere Fahrzeuglängen in der Diskussion.

DER V8 – FÜHREND BEI NACHHALTIGEN TRANSPORTEN

Wie wird sich angesichts des Klimawandels CO2-Emissionen) und der Luftverschmutzung (NOx-Emissionen) der wachsende Bedarf an Transportlösungen, die ohne fossile Energieträger auskommen, auf den V8 auswirken? Gibt es für eine große dieselbetriebene Maschine wie diese in einer solchen Zukunft vielleicht keinen Platz mehr? Jonas Nordh, der die Abteilung für nachhaltige Lösungen leitet, hat diese Befürchtung nicht. „Ich befürworte die Entwicklung des V8 unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit“, sagt er. „Wenn die Elektromobilität bis 2030 noch nicht weit verbreitet ist, brauchen wir eine energieeffiziente Zwischenlösung. Etwa 25 Prozent der CO2-Reduzierung müssen durch energieeffiziente Lösungen erreicht werden.“

Die Effizienz schwererer Ladungen

Er erklärt, dass dank der Fähigkeit des V8 zur Aufnahme von größeren, schwereren Ladungen für bestimmte Aufträge weniger Lastwagen benötigt würden. Dabei blieben die Verbrauchswerte gleich, vor allem bei Nutzung der von V8-Chefingenieur Anders Gau erwähnten kinetischen Energie.

Tatsächlich weist Gau darauf hin, dass der Trend zur Beförderung schwererer Ladungen zunimmt. Finnland, Brasilien, Indonesien und Australien erlauben bis zu 74 Tonnen und gewisse Länder noch mehr - das sind riesige Lastwagen voll beladen mit Holz und Zuckerrohr in Finnland und Brasilien bzw. Minenfahrzeuge im Falle Indonesiens, während Australiens riesige Strassenzüge, die in den Dienst seiner riesigen Minen gestellt werden, weltweit bekannt sind.

In mehreren europäischen Ländern wie Schweden und Spanien wird darüber diskutiert, die Zuladungsgewichte und Fahrzeuglängen zu ändern, da man erkannt hat, dass schwerer beladene und längere Fahrzeuge weniger Lkw auf der Straße bedeuten, deren Beladung effizienter ist und folglich der CO2-Ausstoß und die Luftverschmutzung geringer sind.

„Man braucht jede Menge Leistung, um dieses Gewicht zu bewegen“, betont Gau. „Kein anderer Motor außer dem V8 kann das leisten.“

Nordh fügt hinzu: „Deshalb kann der V8 bei nachhaltigen Transporten führend sein. Wenn man sich ansieht, was wir bei der neuen Generation erreicht haben, stellt man fest, dass wir die Effizienz zunehmend steigern. Unsere neue Dieselplattform für den V8 senkt bereits den Energieverbrauch und egal, ob man eine oder 76 Tonnen bewegt, es muss so effizient wie möglich geschehen. Ganz ohne Emissionen wird es nicht gehen, aber unser Motor senkt den Energieverbrauch erheblich. Außerdem können wir die Probleme heute noch nicht allein durch Elektromobilität oder alternative Kraftstoffe lösen.“

Erneuerbare Kraftstoffe

Eröffnen neue Möglichkeiten

Nicht der Verbrennungsmotor selbst ist das Problem, wenn es um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes gehe, sondern der Kraftstoff, der eingefüllt werde. Das hat Scania ceo Henrik Henriksson gesagt. Seit fast 20 Jahren entwickelt Scania Lkw, die für verschiedene erneuerbare Kraftstoffe geeignet sind, und jeder seit 2015 gebaute Lkw, einschließlich des V8, kann mit diesen saubereren Alternativen betrieben werden. Die gesamte Baureihe, auch der 730er, können mit hydrierten Pflanzenölen (HVO) und Biodiesel (FAME) gefahren werden.

„Man kann den V8-Motor von heute mit hvo betreiben und so mit erneuerbarer Energie die gleiche Leistung erzielen“, bestätigt Chefingenieur Gau.

Scania V8

„Wir müssen dafür sorgen, dass diese schwereren Anwendungen Zugang zu den Biokraftstoffen erhalten, die derzeit verfügbar sind.“

Sind das die Lkw der Zukunft? Das Designteam von Scania fertigt oft grobe Entwürfe wie diese an.

Und Nordh ergänzt: „Wir müssen die begrenzten Biokraftstoffmengen vorrangig für die Einsatzbereiche reservieren, wo sie wirklich gebraucht werden. Wir brauchen sie nicht in den Städten. Dort können Elektromobilität und Biogas funktionieren. Doch in bergigen Topografien, in Bergwerken und dort, wo Schwertransporte von 70 bis 80 Tonnen erforderlich sind, brauchen wir die Leistung des V8. Indem wir den V8 730 mit Biodiesel oder hvo betreiben, können wir auch die CO2-Probleme angehen.“

Somit ist der Weg hin zu Transportlösungen, die ohne fossile Energieträger auskommen, nicht so steinig oder restriktiv, wie viele glauben, besonders wenn man bedenkt, dass die Scania Fahrzeugflotte nun, was die Kraftstoffanforderungen für die kommenden 15 Jahre angeht, gleich bleiben wird.

„Wir müssen dafür sorgen, dass diese schweren Anwendungen Zugang zu den begrenzten Mengen an Biokraftstoffen erhalten, die derzeit verfügbar sind“, so Nordh. „Diese Kraftstoffe könnten eine enorme CO2-Reduzierung bewirken, die im Fall von HVO möglicherweise an die 90 Prozent betragen könnte, und die NOx-Emissionen auf das Niveau des 9-Liter-Motors senken. Ein V8-70-Tonner hat die gleichen CO2-und NOEmissionenswerte wie ein Verteiler-Lkw von 27 Tonnen. Das ist verblüffend.“

Ein weiterer Weg hin zu fossiler Unabhängigkeit besteht in der Mischung von Standard- und Biokraftstoffen. Scania verfügt über ein Spezialteam, das an diesem Prozess arbeitet.

Das alles klingt sehr vielversprechend, doch der Mangel an Infrastruktur wie etwa Tankstellen für erneuerbare Kraftstoffe sowie an Gesetzen und Anreizen, die ihre Produktion fördern und sie kostengünstiger machen, bremsen die Fortschritte.

„Alle drei Säulen von Scania für nachhaltige Transporte werden vom V8 unterstützt“, bemerkt Nordh. „Er kann Scania helfen, für die nächsten 20 Jahre bei nachhaltigen Transportlösungen eine führende Rolle zu übernehmen.“

Scania V8

AUSSEHEN UND HAPTIK DES ZUKÜNFTIGEN V8

Die neue Generation von Scania Lkw wird zu Recht für ihr Aussehen gerühmt. Die grösseren Fahrerhäuser, das neue Armaturenbrett und der Gesamteindruck eines Pkw ernten viel Lob. Das ist Musik in den Ohren von Kristofer Hansén, der, bevor er seinen Posten an Christian Habermann abtrat, in der Abteilung Industriedesign für das Styling verantwortlich war. Hansén glaubt, dass der V8 ein Prestigeprodukt ist, das noch viele Jahre vor sich hat.

„Solange der V8 seine Aura hat, werden wir versuchen, ihn zu verbessern“, sagt er. Doch gemäß dem von Anders Gau beschriebenen Ansatz glaubt Hansén, dass solche Verbesserungen, basierend auf 50 Jahren Fortschritt, modularer Art sein werden.

Prestige, nicht Weltraumzeitalter

Während andere Hersteller Prototypen vorstellen, die offen gesagt ein wenig nach Weltraumzeitalter aussehen, liegen die Dinge beim König der Strasse anders.

„Ich glaube nicht, dass es beim V8 um solche Aussagen geht“, meint Hansén. „Wenn man etwas entwickelt, das praktisch und Teil des industriellen Logistiksystems ist, ist klar, dass es so sehr optimiert wurde, dass jeder einzelne Kubikzentimeter für etwas genutzt wurde. Unsere Lkw sind bereits vollgepackt mit Funktionalität und unserer Designsprache. Wir versuchen nicht, cool zu sein, weil wir bereits ein Prestigeprodukt haben.“

„Eine Schlussfolgerung daraus ist, dass es sehr unterschiedliche Fahrzeuge in verschiedenen Grössen geben wird, die für spezifische Einsatzbereiche entwickelt und hergestellt werden und unterschiedliche Energiearten nutzen. Als elektrische Pkw aufkamen, wurde prognostiziert, dass sie wie Science-Fiction-Filmfahrzeuge aussehen würden. Doch inzwischen sehen fast alle neuen Elektrofahrzeuge wie ganz gewöhnliche Pkw aus, aber ihre Designqualität ist besser. Es gibt immer noch vier bis sieben Sitze, vier Türen, eine Front, eine Haube, Fenster. Und das könnte auch auf Lkw zutreffen - solange der Mensch beteiligt ist.“

Leichter, aber fester

Die künftige Entwicklung könnte durch den Einsatz festerer, aber leichterer Materialien wie Kevlar und Carbonfaser beeinflusst werden. Doch Hansén mahnt zur Vorsicht, denn diese Materialien gebe es schon eine Weile und ihre Weiterentwicklung sei durch die hohen Preise gebremst worden. Aluminium ist ein weiteres Material, das bei zukünftigen Designs eine grössere Rolle spielen könnte. Wie andere Hersteller prüft Scania diese und andere Lösungen.

„Ein Lkw besteht heute aus vielen Teilen“, so Hansén, „Aber vielleicht wird das Fahrgestell in Zukunft aus weniger und leichteren Teilen bestehen.“

Trotzdem müssten schwere Fahrzeuge stark sein, um ihre Ladungen transportieren zu können. Hochfester Stahl sei daher auf absehbare Zeit die beste Wahl. Er sieht noch einen weiteren, zwar weniger offensichtlichen, aber großen Unterschied: „Ich glaube, es wird eine große Aufgabe sein, die vielen Sensoren und Kameras zu integrieren, die an einem Lkw montiert werden müssen.“

Intelligente Displays zur Unterstützung des Fahrers

Ein Aspekt, der sich voraussichtlich weiterentwickeln wird, ist das Innenleben des Lkw. Die Fahrerhäuser der neuen Generation unterscheiden sich bereits stark von ihren Vorgängerversionen. Die Fenster sind größer, die Säulen auf beiden Seiten wurden entfernt, um das Sichtfeld des Fahrers zu vergrößern, und das Armaturenbrett ist intelligenter denn je.

All diese Fortschritte wurden durch Digitalisierung erzielt.

„Die Branche steht kurz vor der flächendeckenden Einführung intelligenter Überhol-Bildanzeigen“, so Hansén. „Bei Scania konzentrieren wir uns auf die weitere Verbesserung von Aspekten wie den Fahrerhaussäulen und Verkehrsmanagement-Sensoren.“

Doch wird es mit der fortschreitenden Automatisierung überhaupt noch einen Fahrersitz geben? Hansén weist darauf hin, dass es in den V8-Lkw bereits Fahrassistenz-Technologie gibt, bei schweren Transporten, wie sie mit V8-Lkw durchgeführt werden, aber immer Fahrer an Bord sein werden. Sie würden aber eher Planungs- und Überwachungsaufgaben haben. Vielleicht könnte der Fahrersitz mehr einem beweglichen Bürostuhl ähneln. Auf diese Weise könnte dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Automationstechnik einen Teil der Fahreraufgaben übernehmen kann.

„Durch die Digitalisierung hat sich sicherlich vieles verändert, bis hin zur Farbgebung der Lkw innen und außen und den Bildern auf den Displays“, meint er. „Doch man fährt immer noch ein Fahrzeug mit einem Lenkrad, Türen und Fenstern, das einen bestimmten Transportzweck erfüllt, bis es vollkommen autonom ist.“

Der Mann, der 18 Jahre für das Styling von Scania Lkw verantwortlich war, kommentiert: „Ich glaube, das typische V8-Motorengeräusch wird auch in Zukunft zu hören sein, wenn diese Art von Leistung gefragt ist.“

Scania V8-Fans hoffen innig, dass das noch viele Jahre so bleiben wird.